Selbstbewusstsein von Kindern stärken: Probleme gemeinsam lösen

Starke und selbstbewusste Kinder wissen, dass sie eine Lösung für ihr Problem finden werden. Sie sind zuversichtlich und geben beim ersten Rückschlag oder Niederlage nicht gleich auf. Sie arbeiten solange an der Lösung ihres Problems bis sie ihr gewünschtes Ergebnis erreicht haben. Diese Fähigkeit müssen unsere Kinder allerdings erlernen. Wie gut Kinder ihre Probleme lösen können, hängt davon ab wieviel Übung sie darin haben. Die Aufgabe von uns Eltern ist es die Problemlösungsfähigkeit unserer Kinder immer weiter zu fördern und zu stärken, indem wir ihnen ständig Gelegenheiten bieten dies zu üben.Auf diese Weise wachsen sie innerlich nach jeder Problembewältigung und gehen aus Krisenzeiten gestärkt und mit mehr Selbstbewusstsein heraus.

Übergehen wir jedoch unsere Kinder, indem wir über sie hinweg entscheiden oder ihnen keine Hilfestellung bei Schwierigkeiten, die sie überfordern geben, werden unsere Kinder immer unselbstständiger und unsicherer. Im schlimmsten Fall teilen sie die Sorgen, die auf ihrer Seele lasten, nicht mehr mit uns.

In meinem letzten Artikel behandelte ich das Thema wie Eltern besser reagieren können, wenn Probleme und Sorgen die Seele ihrer Kinder belastet. Nun möchte ich euch einen Weg aufzeigen, wie ihr mit eurem Kind gemeinsam eine Lösung erarbeiten könnt.

Nehmen wir den Fall von meinem letzten Artikel:

Marie ist 9 Jahre alt und kommt wütend und verzweifelt nach Hause, da Luis sie in der Schule ständig beschimpft und sogar sie körperlich angreift, indem er sie zum Beispiel schubst. Die Mutter hört sich die Sorgen von Marie an und nimmt Anteil an Maries Gefühlen. „Das war echt gemein von Luis. Ich kann voll und ganz nachvollziehen, dass du wütend bist. Ärgert dich Luis bereits länger? Macht er das auch mit anderen Kindern? Lass uns zusammen eine Lösung für dein Problem finden“

Geben Eltern ihrem Kind das Gefühl nicht alleine mit ihrem Problem zu sein und es ernst zu nehmen, stärkt dies das Selbstvertrauen des Kindes und die Bindung zwischen zwischen Eltern und Kind.

1. Schritt

Sucht euch einen Wohlfühlort, habt genügend Zeit, lasst euch von nichts ablenken, nehmt etwas zu trinken mit und holt einen Zettel und einen Stift.

2. Schritt

Schreibt auf ein Blatt Papier im Detail das Problem bzw. auch was genau alles vorgefallen ist.

3. Schritt

Erarbeitet gemeinsam 13 Lösungsmöglichkeiten.
Hierbei ist es wichtig, dass jede zählt und die Lösungsmöglichkeiten nicht zu bewerten, auch wenn sie von uns Eltern eventuell als „unmoralisch“ oder „schwachsinnig“ eingetuft werden. Bitte bleibt tapfer und und versucht wirklich 13 Lösungsmöglichkeiten zu finden, denn öfters kommen die besten Ideen erst zum Schluss nach etwas Bedenkzeit.

Mögliche Liste:

  • Eltern sprechen mit der Lehrerin sprechen
  • Marie spricht mit der Lehrerin
  • Die Eltern rufen Luis seine Eltern an
  • Marie schließt sich mit anderen Kindern zusammen, die auch von Luis geärgert werden
  • Luis eine reinhauen
  • Lehrerin bitten über Mobbing mit der Klasse zu sprechen
  • Luis selbst ärgern und beschimpfen
  • Hilfe bei der Schulschlichterin suchen
  • Eine Liste erstellen mit allen Beschimpfungen und coole Antwortsprüche erarbeiten
  • In einen Selbstverteidigungskurs gehen und lernen wie man sich gegen Schubsen wehren kann
  • Luis etwas schenken, um ein schlechtes Gewissen in ihm zu erzeugen und er daraufhin aufhört sie zu ärgern
  • Luis zum Geburtstag einladen
  • Schulwechsel

4. Schritt

Lösungsmöglichkeiten bewerten und die möglichen Folgen daraus erarbeiten.

5. Schritt

Umsetzung

Als Ergebnis könnte z.B. folgendes sich ergeben:

Die Eltern haben sich mit Marie zusammen für mehrere Punkte auf der Liste entschieden.

Eins der Lösungsmöglichkeiten auf der Liste ist Nummer 1: Eltern sprechen mit der Lehrerin.

Da Marie Angst hat, dass ihre Klassenkameraden sie für eine Petzte halten und noch mehr geärgert wird, haben sie sich für folgendes entschieden:

Die Eltern rufen die Lehrerin an, bitten sie allerdings nicht direkt mit Luis zu sprechen, sondern das Thema Mobbing in der Klasse zu behandeln. Das primäre Ziel ist nicht das Handeln von Luis zu ändern, sondern die Klasseneinstellung. Wenn aufeinmal Mobbing „uncool“ ist, beteiligen sich vielleicht die Klassenkameraden nicht mehr am Mobbing.

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